Sichere Signatur auf Bankomatkarte – Stranded Investments

Mit 31.1.05 wurde die Bankomatkarte mit Signaturfunktion vorgestellt

Um diese Funktion zu nutzen, muss die Bankomatkarte extra aktiviert werden. Für das Jahr 2005 hofft der Bankomatbetreiber EUROPAY auf 200.000 aktivierte Signaturen. Mit 5 EUR je Aktivierung wird die Aktion von der Bundesregierung subventioniert. Würde das Ziel erreicht, wären das immerhin 1 Mio. EUR, etwas viel für eine Technologie, die angeblich sparen hilft.


Klassische Fehleinschätzung

Hans G. Zeger: "Nach unseren Analysen existiert kein Markt für derartige Signaturfunktionen. Die Betreiber können froh sein bis Ende des Jahres 20.000 Aktivierungen zustande zu bringen. Ich bin bereit mit jedem Befürworter eine entsprechende Wette einzugehen."

Für Privatpersonen gibt es keine sinnvollen Anwendungen, die Wirtschaft wiederum benötigt flexible und automationsunterstützt einsetzbare Signaturlösungen zur Massensignatur von Rechnungen. Dazu ist die Bankomatkarte ein denkbar schlecht geeignetes Medium.

Die Geschichte der "sicheren digitalen Signatur" ist seit fünf Jahren durch Fehleinschätzungen und Fehlinvestitionen geprägt. Vor zwei Jahren warf A-SIGN, einige Millionen EUR ärmer und etliche Erkenntisse reicher endgültig das Handtuch, übrig blieb A-TRUST, mit Gesellschaftern, für die dauerhafte "stranded investments" offenbar kein Problem darstellen.


EU-weit Zug längst abgefahren

Etabliert haben sich EU-weit sogenannte softwarebasierte Signaturfunktionen, die von den Benutzern meist gar nicht mehr als Signaturdienst wahrgenommen werden. Bekanntestes Beispiel ist die SSL-Verschlüsselung bei der sicheren Online-Kommunikation.


Absatzzahlen von 2004 eindeutig verfehlt

Eifrige IT-News-Leser werden sich noch daran erinnern. Noch im März 2004 versprach A-TRUST für das Jahr 2004 100.000 Bürgerkartenzertifizierungen. Abgesehen von ein paar Tausend verschenkten A-TRUST Bürgerkarten bewegte sich 2004 in Sachen Bürgerkarte rein gar nichts.

Warum sollte es 2005 anders sein?